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 Rheuma und Bäderanwendungen



Die Heilkraft des Wassers ist in der Medizin seit Jahrhunderten bekannt. Auch bei rheumatischen Erkrankungen kann sie zur Besserung der Beschwerden beitragen. Dabei wirken neben den Inhaltsstoffen der Heilwässer (Mineralien, Kräuter) auch die Temperatur sowie die erholsame Umgebung, in der sie zur Anwendung kommen.

Ruhe oder Bewegung


• Eine Möglichkeit der Bädertherapie beim Rheuma ist das Wannenbad, entweder als Voll- oder Teilbad. Dabei befindet sich der Patient in Ruhe. Dem Badewasser werden mineralische oder pflanzliche Stoffe zugesetzt.
• Daneben gibt es auch Bewegungsbäder, bei denen der Patient unter Anleitung bestimmte Übungen im Wasser durchführt.

Verschiedene Formen

• Wannenbäder werden häufig in Kurorten angeboten, in denen sich natürliche Heilquellen befinden.
• An Heilwässer werden besondere Anforderungen gestellt. Sie werden wie Arzneimittel geprüft. Je nach Erkrankung sind kalte oder warme Quellen förderlich oder der Heileffekt wird durch zusätzliche Bestandteile wie Schwefel oder Radon unterstützt.
• Die Quellen werden daher in vier verschiedene Gruppen eingeteilt, die bei der Wahl des Kurortes eine Rolle spielen:
o Gruppe A: stark mineralha ltiges Wasser mit mehr als 1 Gramm Mineralien pro Liter
o Gruppe B: mineralhaltiges Wasser bis 1 Gramm Mineralien pro Liter
o Gruppe C: Thermalquelle, die Wassertemperatur liegt höher als 20 °C
o Gruppe D: mineralarme und kalte Quelle (Wildbäder)
• Eine Bädertherapie lässt sich mit Einschränkungen auch in der heimischen Badewanne mit einem Zusatz aus der Apotheke durchführen. Vorher sollte man sich aber beraten lassen, welcher Badezusatz im Einzelfall geeignet ist.
• Bei rheumatischen Erkrankungen haben sich vor allem Schwefelbäder, Moorbäder, Solebäder und Radonbäder bewährt. Welches Bad für das eigene Rheuma am besten ist, sollte man immer individuell mit dem behandelnden Rheumatologen besprechen und entscheiden.

Schwefelbad


• Ein Schwefelbad wirkt entzündungshemmend, fördert die Durchblutung, stimuliert das Immunsystem und lindert so die Beschwerden bei rheumatischen Erkrankungen.
• Für ein Sc hwefelbad wird häufig kein normales Leitungswasser verwend! et, sond ern Mineralwasser, das mit natürlichem Schwefelwasser angereichert wird. Die Wassertemperatur beträgt 37 °C bis 39 °C. Ein Schwefelbad sollte man ein- bis zweimal in der Woche für jeweils 15 bis 20 Minuten nehmen.

Moorbad


• In einem Moorbad sind anorganische und organische Salze, Huminsäure, östrogene Stoffe (also Stoffe, die ähnlich wie das Hormon Östrogen wirken können) und schwach radioaktive Substanzen enthalten. Diese Stoffe mildern die Beschwerden bei Rheuma.
• Nach einem Moorbad darf man sich nur kurz abduschen (ohne Seife oder Duschgel), sodass die Inhaltsstoffe des Moorbades auf der Haut bleiben und weiter ihre Wirkung entfalten können. Danach ruht man sich, eingehüllt in eine warme Decke, noch für etwa eine Stunde aus.

Solebad


• Ein Solebad wirkt durch seinen milden natürlichen Salzgehalt entspannend. Es fördert die Durchblutung. Die Badetemperatur sollte etwa 37 °C betragen, dabei sollte man keine Seife oder andere Badezusätze verwenden.
• Ein Solebad sollte nicht länger als etwa 20 Minuten dauern. Danach sollte man sich nicht abduschen, sondern das kristallsalzhaltige Badewasser auf der Haut trocknen lassen.

Radonbad


• Radon ist ein Edelgas, das leicht radioaktiv ist. Heilquellen enthalten entweder Radiumsalze oder das Edelgas Radon, das beim Zerfall von Radium entsteht.
• Beim Radonbad gelangt das Radon über die Haut in den Körper und wird zusätzlich mit der Atmung aufgenommen. Ein Radonbad fördert die Durchblutung, wirkt schmerzlindernd, entzündungshemmend und stärkt das körpereigene Immunsystem. Es wird insbesondere bei Wirbelsäulen- und Gelenkerkrankungen empfohlen.

Bei einer rheumatischen Erkrankung kann die Anwendung von Schwefel-, Moor-, Sole- und Radonbädern helfen. Welche Badeanwendung für den einzelnen Patienten sinnvoll ist, sollte er gemeinsam mit dem Rheuma tologen entscheiden und den Kurort danach aussuchen.